Startseite            Hämorrhoiden

Um den Anus sicher zu verschließen, sind hier mehrere Systeme installiert, die alle gemeinsam funktionieren müssen, damit feste, flüssige oder gasförmige Stoffe nur unter unserer Kontrolle austreten können. Da ist zuerst ein innerer Ring- oder Schließmuskel, der dem Unterbewusstsein gehorcht, der Musculus sphinkter ani internus. Weiter gibt es einen Schließmuskel, den wir bewusst beeinflussen können, den Musculus sphincter ani externus. Auch ein Muskel der Beckenbodenmuskulatur, der Musculus levator ani, bildet eine Schlinge um den Mastdarm. Als zusätzlicher Verschlussmechanismus dient ein mit Arterien gefüllter Schwellkörper, der Corpus cavernosum ani. Dieser Schwellkörper liegt unter der Schleimhaut des Analkanals.

Schnitt durch den Analkanal mit seinen Verschlussmechanismen     

1 Analkanalhaut
2 Corpus cavernosum ani
3 Vene
4 innerer Ringmuskel
5 äußerer Ringmuskel

 

 

Wenn der Anus verschlossen ist, wird der venöse Abfluss aus diesem Schwellkörper leicht gedrosselt. Der Schwellkörper vergrößert sich dadurch und vollendet den Verschluss des Darmes. Bei der Defäkation wird der innere Schließmuskel geöffnet. Dadurch werden die Venen des Schwellkörpers geöffnet und das Blut kann abfließen. Bei Patienten, die unter Obstipationen leiden und aus diesem Grunde häufig Laxantien benutzen, öffnet sich bei der Defäkation der innere Schließmuskel nur unvollständig. Das Blut kann dadurch nicht wie vorgesehen aus dem Schwellkörper abfließen. Bestehen diese Obstipationen über längere Zeit, werden die Gefäße des Corpus cavernosum ani überdehnt. Es entstehen Hämorrhoiden.

Begünstigend für das Entstehen von Hämorrhoiden sind auch Übergewicht, ballastarme Ernährung, ausgiebige, fettreiche Nahrung, reichlicher Alkoholgenuss und Schwangerschaft. Die in der Schwangerschaft erworbenen Hämorrhoiden bilden sich nach der Niederkunft in den meisten Fällen wieder zurück.

Die Hämorrhoiden werden in vier (in mancher Literatur in drei) Stadien eingeteilt:

Stadium I
Mäßige Vergrößerung des Corpus cavernosum ani, die nur mit dem Proktoskop sichtbar ist. Gelegentliche Blutungen zum Ende der Defäkation, Jucken und Missempfindungen im Analkanal.

Stadium II
Die Hämorrhoiden werden beim Pressen außen sichtbar. Wird nicht mehr gepresst, verschwinden die Hämorrhoiden wieder im Analkanal. Die Schleimhaut ist verdickt. Aus diesem Grunde blutet es seltener. Es kann zu schmierigen Absonderungen kommen.

Stadium III
Auch hier werden die Hämorrhoiden beim Pressen sichtbar. Sie schlüpfen jedoch nicht von selbst zurück können aber manuell zurückgedrückt werden. In diesem Stadium bluten Hämorrhoiden selten sind jedoch sehr schmerzhaft.

Stadium IV
Große Hämorrhoidalknoten sind ständig außerhalb des Anus. Sie sind auch manuell nicht mehr reponibel. Die Größe der Knoten liegt zwischen der einer Erbse bis zur Größe eines Hühnereies.

Haemorrhoiden Stadium I    Haemorrhoiden Stadium II    Haemorrhoiden Stadium III und IV

Hauptsymptome des Leidens sind:

 

Jedoch nicht alle Erkrankungen, die in dieser Region auftreten können, sind Hämorrhoiden.

Bei den sogenannten äußeren Hämorrhoiden handelt es sich um eine perianale Thrombose. Dies ist eine akut auftretende Erkrankung der Venen in bzw. unter der Haut des Anus. Durch den Verschluss einer Vene entsteht ein harter Knoten, der sich entzünden kann. Er ist äußerst schmerzhaft.

Ein Analprolaps ist eine Ausstülpung der Analschleimhaut aus dem Anus.

Ist der Darm oder Anus von Pilzen befallen entsteht in der Regel ein Analekzem. Auch Allergien können ein solches Ekzem hervorrufen.

Die Analfissur ist ein sehr schmerzhaftes Geschwür (Ulcus).

Auch am Anus kann, wie an anderen Hohlorganen eine Fistel entstehen. So eine Analfistel kann eine Verbindung des Darmkanales mit der Außenhaut oder auch mit inneren Hohlorganen z.B. der Scheide darstellen.

Marisken sind schmerzlose hautfarbene Hautläppchen. Sie können glatt oder runzlig sein. 

Alle oben genannten Erkrankungen können auch in Gesellschaft mit Hämorrhoiden auftreten. Manchmal bilden Hämorrhoiden die Grundlage von Folgeerkrankungen.

 

Man nimmt an, dass mehr als die Hälfte der über 50jährigen Bundesbürger Hämorrhoiden in einem der vier Stadien haben. Wenn man also eines oder mehrere der obigen Symptome an sich festgestellt hat, ist ein Therapeut aufzusuchen! Er wird die Diagnose stellen, falls erforderlich behandeln und beraten.

Möglichkeiten zur Vorbeugung und Linderung von Hämorrhoiden:

 

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