Kopfschmerzen

 

Kaum ein Mensch, der nicht weiß, was Kopfschmerzen sind. Bei der Migräne und bei den Spannungskopfschmerzen handelt es sich um primäre Kopfschmerzen. Bei den anderen Arten von Kopfschmerzen sind diese lediglich Symptome anderer Grunderkrankungen. Man unterscheidet anfallartige und chronische Kopfschmerzen. Die Art und Weise, wie und wann die Kopfschmerzen auftreten, wie die Schmerzen lokalisiert sind und wie sie beschrieben werden, ergeben sie Hinweise auf eine mögliche Grunderkrankung.

 

Migräne

Migräne sind die am häufigsten auftretenden Kopfschmerzen. Etwa 65% aller Kopfschmerzpatienten leiden unter Migräne. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. 20% der Frauen und 8% der Männer leiden, zum Teil schon als Kind, unter Migräne. Der Migräneanfall  kündigt sich häufig an. Einige Patienten berichten über eine sogenannte Aura. Hinzu kommt ein allgemeines Unwohlsein und Flimmern vor den Augen. Auch Sprachstörungen oder Kribbeln treten auf. Anschließend stellt sich dann ein heftiger Schmerz ein, der jedoch meist nur eine Seite befällt. Die Schmerzen ziehen über die Schläfe bis in das Auge. Die Patienten geben ferner an, dass sie lichtempfindlich sind. Auch Lärm oder normale Betätigungen verstärken den Schmerz. Ein Anfall dauert zwischen 4 Stunden und zwei Tagen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Arten von Kopfschmerzen handelt es sich bei Migräne um primäre Kopfschmerzen. Das heißt, dass es sich hierbei um die eigentliche Erkrankung handelt, während die anderen Kopfschmerzen häufig nur ein Symptom einer anderen Grunderkrankung darstellen. Die Anlage zur Migräne kann erblich bedingt sein.

 

Spannungskopfschmerz

Wie bei der Migräne handelt es sich um eine primäre Kopfschmerzerkrankung. Diese Schmerzen werden meistens durch Verspannungen in der Schulter- Nackenmuskulatur hervorgerufen. Die Schmerzen beginnen nicht so plötzlich wie bei der Migräne. Der Spannungskopfschmerz wird als stechend oder dumpf beschrieben. Der Patient hat das Gefühl, als ob der Kopf in einen Schraubstock eingespannt ist, der immer enger wird. Manche Menschen empfinden ihn als strammes Band um den Kopf. Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt. Man vermutet eine Störung der Schmerzwahrnehmung im Gehirn. Es ist wahrscheinlich, dass diese Anlage genetisch bedingt ist. Er bessert sich in der Regel durch Bewegung.

 

Kopfschmerz durch HWS-Syndrom

Durch Fehlstellungen der Halswirbelsäule können den Kopf versorgende Blutgefäße in ihrem Durchmesser vermindert werden. Es ergibt sich daraus eine Minderversorgung von Teilen des Kopfes und des Gehirnes. Die Schmerzen sind als dumpfe Schmerzen, die vom Hinterkopf in den Nacken und sogar bis in die Arme ausstrahlen zu fühlen. Meist ist der Schmerz morgens beim Erwachen am schlimmsten und bessert sich im Laufe des Tages durch Bewegung.

 

Clusterkopfschmerz

Diese Art der Kopfschmerzen ist sehr selten. Er tritt in einer für ihn typischen Regelmäßigkeit auf. Die Schmerzattacken dauern 30 bis 60 Minuten. Sie wiederholen sich bis zu 10 mal am Tag. Es handelt sich um einen unerträglichen bohrenden, brennenden Schmerz. Hinzu kommt einseitiger Tränenfluss mit Augenrötung.

 

Nierenbedingte Kopfschmerzen

Diese Kopfschmerzen sind lang und dumpf. Sie treten vorwiegend in den Morgenstunden auf. Hat der Patient auch gelegentlich Ödeme um die Augen oder Gelenkschwellungen, so kann dies auf eine Nierenschwäche hindeuten. Die geschwächten Nieren schaffen es nicht, alle Stoffwechselendprodukte wie Harnstoff, Harnsäure und andere toxischen Substanzen auszuscheiden.

 

Gehirntumor

Unter Gehirntumor sind nicht nur bösartige Krebsgeschwülste zusammengefaßt, sondern alle sogenannten „raumfordernden Prozesse“ im Kopf. Dies können Ödeme, Blutungen oder gutartige und auch bösartige Krebsgeschwülste sein. So können nach Unfällen auftretende Kopfschmerzen durch innere Blutungen entstehen.

Die Schmerzen verstärken sich beim Aufrichten oder Bücken. Der Schmerz ist dumpf und wird als Druck empfunden. Er kann in der Stirn, hinter den Augen, in der Schläfe oder auch im Hinterkopf auftreten. Auch ein Husten oder Niesen kann den Schmerz verstärken. Hierbei kommt es meistens zu weiteren Ausfallerscheinungen der Ohren oder Augen. Auch Erbrechen ohne vorangehende Übelkeit kann auftreten.

Bei Blutungen treten die Kopfschmerzen schlagartig ein. Häufig gehen diese Schmerzen mit Nackensteife einher.

 

Durchblutungsstörungen

Mangeldurchblutungen, wie sie zum Beispiel durch Arteriosklerose entstehen, verursachen nicht nur hohen Blutdruck, sondern stellen immer die Gefahr des Gefäßverschlusses dar.

 

Augenbedingte Kopfschmerzen

Ein Nachlassen der Sehstärke oder eine schlecht angepasste Brille rufen nicht selten eine Überanstrengung der Augenmuskulatur hervor. Auch angestrengtes Sehen auf einen Fleck (Nähen oder PC-Bedienung) und dann noch bei schlechter Beleuchtung, kann ebenfalls zu Kopfschmerzen führen.

Auch ein akuter Glaukomanfall kann zu unerträglichen Schmerzen der Augen führen. Der Schmerz strahlt in einen Ast des Trigeminus aus, so dass er unter Umständen mit Trigeminusneuralgie verwechselt werden kann. Beim Glaukomanfall entsteht meist Übelkeit mit Erbrechen.

 

Nervenbedingte Kopfschmerzen

Hierzu gehört auch die gefürchtete Trigeminusneuralgie. Bei nervenbedingten Kopfschmerzen ist häufig die vordere Kopfhälfte betroffen. Die Schmerzen treten in Stirn, Augen und Kiefer auf.

 

Ménièr-Krankheit

Zu den Symptomen dieser Erkrankung zählen noch Drehschwindel mit Spontannystagmus mit Übelkeit und Erbrechen, einseitige Hörstörungen mit Druckgefühl im Ohr und zum Teil auch Ohrgeräusche.

 

Umweltbedingte Kopfschmerzen

Gerade in der letzten Zeit wird im Zusammenhang mit Elektrosmog auch über Kopfschmerzen berichtet. Sichere Untersuchungsergebnisse zu diesen Belastungen sind noch nicht vorhanden.

 

Kopfschmerz bei Wetterwechsel

Den Personen, die auf Wetterwechsel mit Kopfschmerzen reagieren, sind diese Symptome meistens bekannt. Neben den Kopfschmerzen können auch andere Missempfindungen auftreten. Aber auch schlecht gelüftete Räume, also Sauerstoffmangel, kann bei diesen Menschen die gleichen Symptome auftreten lassen.


Vorbeugende Maßnahmen

Um Kopfschmerzen gar nicht erst auftreten zu lassen sollte man sich einer gesunden Lebensweise befleißigen. Hierzu gehören neben viel Bewegung an frischer Luft auch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Auch Übergewicht und psychische Belastungen können Kopfschmerzen begünstigen. Nicht zuletzt sind es Lärm und starke Licht- oder Sonneneinwirkungen die sich ungünstig auswirken können. Dass eine durchzechte Nacht mit Nikotin- und Alkoholgenuß ebenfalls Kopfschmerzen verursachen können, dürfte jedem klar sein. Manchmal ist man jedoch bereit diesen „Preis“ zu zahlen.

Besonders der Migränepatient sollte sich folgende Fragen stellen:


Naturheilkundliche Behandlung von Kopfschmerzen

Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Häufig erreicht man durch Umstellung seiner Lebensweise zumindest eine Linderung der Schmerzen. Bei starken Schmerzen darf man nicht zu lange zögern diese mit geeigneten Medikamenten zu beseitigen oder zu lindern. Der Schmerzmittel-Missbrauch ist aber auf jeden Fall zu vermeiden. Werden zu oft Schmerzmittel eingenommen verlieren diese mit der Zeit ihre Wirkung. Die Folge: Es werden immer höhere Dosen eingenommen. Die Naturheilkunde/Alternativmedizin hat auch hier viele Möglichkeiten Schmerzen zu nehmen oder zu lindern.

 

Akupunktur

Gerade in der Schmerztherapie hat sich Akupunktur etabliert. So finden sich auf fast allen Meridianen Punkte für bestimmte Kopfschmerzen:

Du.20, Gb.14, Gb.20, Gb.41, Di.4 um nur einige Punkte zu nennen.

 

Neuraltherapie

Mit der Neuraltherapie wird ein Therapeut versuchen sogenannte Blockaden wie alte Narben oder chronische Entzündungen zu entstören und damit die Quelle der Schmerzen zu beseitigen.

Homöopathie

 Homöopathie ist nicht zur Selbstmedikation geeignet, da die Symptome genau ermittelt werden müssen.

Fußreflexzonentherapie

Bei der Fußreflexzonentherapie, die auch als diagnostisches Instrument eingesetzt wird, wird nicht nur die Kopfzone sondern immer der ganze Fuß und damit der ganze Körper behandelt. Damit kann man auch den Kausalitäten der Kopfschmerzen begegnen.

 

Stoffwechselregulierende Maßnahmen

Hier sind besonders ausleitende Maßnahmen mit oder ohne Fasten und Ernährungsumstellung gemeint. Besonders eine höhere Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren hat sich bewährt.

Darüber hinaus stehen noch weitere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Diese richten sich zum Teil nach den individuellen Beschwerden und Bedürfnissen. Selbstverständlich können obige Methoden miteinander kombiniert werden.

Warten Sie nicht zu lange mit einer Beratung oder Behandlung.

 

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