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Schwindel ist keine eigenständige Krankheit sondern immer ein Symptom einer Erkrankung. Schwindel tritt auf bei dem Verlust der Körpersicherheit oder bei mangelhafter Raumorientierung. Häufig liegen widersprüchliche Sinneswahrnehmungen vor. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Gleichgewichtsorgan (Vestibularapparat). Dieses Organ finden wir im Innenohr. Es setzt sich zusammen aus drei senkrecht zueinander stehenden Bogengängen und dem Vorhof, der aus einem kleinen und einem großen Vorhofsäckchen besteht. Bogengänge und die Vorhofsäckchen sind mit Flüssigkeit gefüllt. Die Bogengänge registrieren Änderungen der Drehgeschwindigkeit, der Vorhof nimmt geradlinige Beschleunigungen wahr. Die Wahrnehmungen im Vestibularapparat werden über den VIII Hirnnerv, den Hör- und Gleichgewichtsnerv (N. vestibulocochlearis) an das Gehirn weitergeleitet. Ist das Gleichgewichtsorgan betroffen, spricht man von systematischem Schwindel im Gegensatz zum unsystematischem Schwindel bei Vorliegen von anderen ursächlichen Erkrankungen. Zum Gleichgewichtssystem werden aber auch die Augen gezählt, die dem Gehirn Informationen über die Lage und Bewegung des Körpers liefern.
Man unterscheidet je nach Ursache verschiedene Arten von Schwindel.

Kardiovaskulärer Schwindel
Ist der Schwindel auf das Herz-Kreislauf-System zurückzuführen, werden in der Regel folgende Erscheinungen beschrieben:

Ursache hierfür können Hypertonie, Hypotonie, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall oder Anämien sein. Die Werte von Blutdruck und Puls sind hierbei ein wichtiger Hinweis. Bei Mädchen oder Frauen und morgens auftretenden Beschwerden kann Eisenmangel vorliegen. Die Anfälle dauern meist nur Sekunden bis Minuten.

Vestibulärer Schwindel
In den meisten Fällen wird hier ein Drehschwindel wahrgenommen. Dabei kommt es häufig zu rhythmischen Augenbewegungen (Nystagmus). Übelkeit, Fallsucht, Ohrensausen bzw. Ohrgeräusche und Schwerhörigkeit begleiten den Schwindel. Ist auch das Nervensystem betroffen, tritt eher ein Schwank- oder Kippschwindel auf.

Mögliche Ursachen bei Störungen des Gleichgewichtsorganes:

Ist das Nervensystem betroffen liegt häufig Dauerschwindel vor. Folgende Grunderkrankungen können die Ursache sein:

 

Nicht-vestibulärer Schwindel
Geringer Schwankschwindel, Taumeligkeit, Gangunsicherheit, aber auch kurzer Drehschwindel bei Kopfbewegungen deuten auf nicht-vestibulären Schwindel hin.
Wie oben schon gesagt, gehört nicht nur der Vestibularapparat zum Gleichgewichtssystem. So kann auch bei Erkrankung der Augenmuskeln Schwindel auftreten. Weitere Ursachen können sein:

 

Therapie
Die Behandlung von Schwindel richtet sich immer nach der Grunderkrankung. Wichtig für die Bestimmung der Krankheit sind die Art und Weise des Schwindels, die Dauer der Anfälle und die auslösenden Ereignisse. Ebenfalls wichtig sind Begleitsymptome wie Nystagmus, Fallsucht, Übelkeit, Schweißausbrüche, Veränderungen des Pulses oder Ohrgeräusche. Da bei einigen Grunderkrankungen wie zum Beispiel beim Schlaganfall eine sofortige Krankenhauseinweisung erfolgen muss, ist bei plötzlich auftretenden Symptomen ein sofortiger Besuch bei einem Therapeuten erforderlich. In anderen Fällen sind Behandlungen durch Fachärzte erforderlich.

Als Eigenbehandlung können Bewegungsübungen, besonders an frischer Luft ausgeübt werden.

Stress und Lärm sollten vermieden werden. Weiter ist für ausreichenden Schlaf zu sorgen.

Bei Vorliegen des paroxismalen Lagerungsschwindels haben sich Schleudermanöver bewährt. Hier wird der Schwindelanfall durch mehrfach hintereinander durchgeführte heftige Bewegungen provoziert.

Auch diätetische Maßnahmen, zum Beispiel bei vorliegendem Bluthochdruck und Arteriosklerose, sind geeignet die Schwindelanfälle zu lindern. Hier ist besonders der Konsum von Speisesalz, Kaffee, schwarzem Tee, Alkohol und Nikotin einzuschränken.

Naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten
Je nach Ursache kommen Akupunktur, Ausleitungsverfahren, Homöopathie, Neuraltherapie und Phytotherapie zum Einsatz (siehe diese).
Bei Eisenmangelanämie wird zusammen mit einem Eisenpräparat häufig auch Folsäure oder Vitamin B12 nötig.
Bei Schwindel mit Hörstörungen und Ohrgeräuschen wird der Therapeut Quaddeln mit einem Neuraltherapeutikum hinter dem Ohr und die Gabe der Homöopathika Aesculus, Cocculus oder Solidago in Erwägung ziehen.
Liegen Veränderungen an der Halswirbelsäule vor, sind chiropraktische Behandlungen zum Beispiel aus der Dorn-Therapie hilfreich.

 

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