Wechseljahre

Das Klimakterium stellt den Abschluss der Geschlechtsreife dar. Die Wechseljahre der Frau beginnen durchschnittlich mit dem 45. und enden mit dem 55. Lebensjahr. Auch der Mann kommt an den Wechseljahren nicht vorbei. Der Beginn ist wie bei der Frau, sie dauern jedoch bis zum 60. Jahr an.

Wechseljahre der Frau
Das Klimakterium wird durch das langsame Absinken der Geschlechtshormone (Östrogene) im Blut gekennzeichnet. Es handelt sich dabei um einen normalen physiologischen Vorgang. Etwa mit 52 Jahren tritt die letzte regelmäßige Regelblutung (Menopause) auf. Die Ovarien stellen ihre Funktionen ein. Grund hierfür ist der Verbrauch der in den Eierstöcken angelegten Follikel. Nach der Menopause spricht man von der Postmenopause, die bis zum 65. Lebensjahr verläuft. Dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt, das Senium.
Die Wechseljahre, und alle mit ihr verbundenen Beschwerden, sind also normale körperliche Funktionen und keine Krankheit. Die Beschwerden können eine Frau jedoch so stark beinträchtigen, dass sie sich krank fühlt.

Wechseljahre des Mannes
Die Wechseljahre des Mannes werden Klimakterium virile genannt. Hier wollen wir jedoch nur auf die Wechseljahre der Frau eingehen.

Beschwerden:
Hitzewallungen oder "fliegende Hitze". Die Dauer kann wenige Sekunden bis einige Minuten betragen. Sie betreffen nur den Oberkörper.
Zusammen mit den Hitzewallungen treten Hautrötungen auf. Gelegentlich kommt es zu Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen und Empfindungsstörungen (Kribbeln).
Im Anschluss an die Hitzewallungen treten oft Schweißausbrüche auf.
Auch Schlafstörungen können sich einstellen.
Neben den rein körperlichen Symptomen können auch psychische Beschwerden auftreten. Hierzu gehören: Antriebsschwäche, Reizbarkeit, Nervosität und Angstgefühle.
Die Symptome werden im Allgemeinen verstärkt, wenn die Menopause zu früh eintritt, oder wenn die Frau nie schwanger war. Auch eine Familienhäufung ist zu beobachten.

Vorbeugung
Zur wichtigsten Vorbeugung gehört eine ausreichende Bewegung an frischer Luft. Zusammen mit einer kalziumreichen Ernährung beugt sie der Osteoporose vor. Zu den wichtigsten Kalziumlieferanten gehören folgende Lebensmitteln je 100g essbarer Anteil:

Apfelsinen 42mg
Erbsen 26mg
Grünkohl 212mg
Haferflocken 66mg
Haselnüsse 226mg
Mandeln, süß 252mg
Mineralwasser unterschiedlich
Ölsardinen 330mg
Spinat 126mg
Teigwaren 27mg
Vollkornbrot 22mg

Die Spaziergänge an "frischer Luft" haben zudem noch den Vorteil, dass durch die UV-Strahlung der Sonne Vitamin D in der Haut synthetisiert wird. Vitamin D verbessert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und sorgt für eine bessere Rückresorption von Kalzium in den Nieren. Vitamin D kann auch durch Nahrung zugeführt werden. Es kommt vor in tierischem Fettgewebe und Leber (Lebertran).

In Milch und Milchprodukten ist zwar ebenfalls viel Kalzium enthalten, aber Milch enthält auch Phosphate. Das Verhältnis dieser beiden Stoffe ist für uns Menschen jedoch in der Milch nicht in einem ausgeglichenen Verhältnis vorhanden. Da der Kalziumstoffwechsel über Phosphate gesteuert wird, kann es sogar zur Entkalkung der Knochen kommen.

Eigenbehandlung
Die Schulmedizin behandelt Wechseljahrsbeschwerden mit Hormonen (Östrogene). Allerdings ist man von einer Dauermedikation abgegangen. Ärzte verschreiben Östrogene nur noch bei großen Beschwerden und für eine kurze Dauer. Der Grund hierfür liegt in den negativen Langzeitwirkungen der Östrogene.

Östrogene werden hauptsächlich in den Ovarien hergestellt. In einem geringen Maß produzieren aber auch Fettzellen diese Geschlechtshormone. Daher haben schlankere Frauen stärker unter den Beschwerden zu leiden als vollschlankere.

Man hat festgestellt, dass japanische Frauen weniger unter klimakterischen Symptomen leiden als europäische Frauen. Man schreibt dies dem Verzehr von Soja-Produkten zu. Soja enthält östrogenhaltige Isoflavine. Ob Soja-Präparate, die es inzwischen reichlich auf dem Markt gibt, den gleichen Effekt haben wie die Lebensmittel ist (noch) unklar. Allerdings ist die Wertstellung der älteren, asiatischen Frau eine andere als in der europäischen Welt. So ist es nicht auszuschließen, dass das Ausbleiben der Wechseljahrsbeschwerden der asiatischen Frauen in den Bereich der Psychosomatik fällt.

Tee aus Rotklee (Trifolium pratense) enthält neben Gerbstoffen auch hormonähnliche Isoflavine. Es handelt sich hierbei genau wie bei den Sojaprodukten um Phytoöstrogene.

Letztendlich befinden sich pflanzliche Östrogene auch im Bier (Malz).

Am besten untersucht sind die Wirkstoffe der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa). Der Wirkstoff hat zudem auch eine nervenstärkende Wirkung.

Kaffee und Alkohol können Hitzewallungen begünstigen. Schränken Sie deshalb den Verzehr dieser Getränke ein oder verzichten Sie auf sie.

Spätestens jetzt sollten Sie auf das Rauchen verzichten. Nikotin erhöht das Risiko an Osteoporose zu erkranken erheblich.

Essen Sie viel Obst und frisches, vitaminreiches Gemüse. Obst und Gemüse sollten einheimisch sein und der Jahreszeit entsprechen.

 

Naturheilkundliche Behandlung
Wie oben schon erwähnt, gibt es auch pflanzliche östrogenartige Stoffe. Diese können als Medikament eingenommen werden. Da jede Frau individuelle Beschwerden haben kann, ist es wichtig, das richtige Präparat oder die richtigen Kombinationen von Arzneimitteln zu verordnen.

Störungen der Schilddrüsenfunktionen können die Hitzewallungen verstärken. Daher ist es unerlässlich dies zu untersuchen. Auch gegen Schilddrüsen-Funktionsstörungen helfen pflanzliche Tees oder homöopathische Medikamente.

Natürlich dürfen die psychischen Beschwerden nicht außer Acht gelassen werden. Diese sind zum Teil erheblich, da die Frau ihren Verlust der Weiblichkeit spürt. Hier wird Ihr Therapeut Ihnen ebenfalls mit Medikamenten und Gesprächen weiterhelfen.

Entlastend wirken ausleitende Verfahren wie Schröpfen (blutig oder unblutig), das Cantharidenpflaster und das Baunscheidtieren.

Akupunktur und Neuraltherapie gehören ebenfalls zu naturheilkundlichen Behandlungsmethoden.

 

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