Startseite              Naturheilverfahren

 

Das Ziel der Naturheilverfahren ist, durch eine möglichst gering dosierte Ent- und Belastung des Organismus, seine Selbstheilungskräfte zu stärken oder anzuregen. Naturheilverfahren wirken durch Kräfte, die aus der Natur selbst stammen. Es sind dies Licht, Luft, Wasser, Erden, Wärme, Kälte, Bewegung, Ruhe, Ernährung oder Fasten, und Heilpflanzen.

Die Naturheilkunde stellt sich nicht das Ziel, die Schulmedizin zu ersetzen. Sie will nur diese Therapieform ergänzen. Naturheilkunde basiert auf Erfahrungswerten vieler Jahrhunderte und vieler Völker.

Durch eine Reduktion von Reizen, Abstinenz schädlicher Substanzen oder Verzehr verträglicher Nahrung soll eine Schonung erreicht werden. Dadurch, dass der Patient natürlichen Einflüssen ausgesetzt wird, soll eine Reaktion hervorgerufen werden, die die physiologischen Prozesse des Körpers regulieren hilft.

Mit der Anpassung an diese Naturfaktoren im Sinne einer Abhärtung wird eine Kräftigung des gesamten Organismus angestrebt.

Der Brockhaus© definiert Naturheilkunde so:
Naturheilkunde, im weiteren Sinne die Lehre von der Heilung von Krankheiten durch >naturgegebene< Einwirkungen. Die Naturheilkunde entzieht sich einer eindeutigen Definition: So bestehen einerseits weitgehende Überlappungen mit der Schulmedizin, die sich vieler >natürlicher< Verfahren wie Bewegungstherapie, Atemtherapie, Wärme- und Kältetherapie, Klimatherapie und Massagetherapie bedient. Zum anderen benutzt auch der Naturheilkundler in selteneren Fällen therapeutische Mittel, die vom Menschen künstlich geschaffen sind, wie Neuraltherapie mit synthetisch hergestellten Analgetika, chemisch hergestellte Antibiotika, psychotherapeutische Verfahren wie Hypnose u. a. ...

Im weiteren Sinne werden auch Homöopathie, Akupunktur und psychotherapeutische Verfahren wie Hypnose, und autogenes Training sowie alle kreativen Maßnahmen wie Musik- und Kunsttherapie (Maltherapie) zu den Naturheilverfahren gezählt.
Zitat Ende.

In der Naturheilkunde haben sich besonders  der Arzt Lorenz Gleich, der Landwirt Vinzenz P. Priessnitz (1790-1851), J. Schroth oder Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) hervorgetan.

Nachfolgend aufgeführte klassische Naturheilverfahren sind größtenteils wissenschaftlich fundiert und sind seit 1993 Prüfungsgegenstand in der medizinischen Grundausbildung der Ärzteschaft.

Bewegungstherapie
Erkrankungen werden mittels aktiver und gezielter muskulärer Beanspruchung behandelt: z.B. zur Vermeidung bzw. Behandlung von Funktionseinbußen nach längerer Bettlägerigkeit, nach Operationen oder im Rahmen von Krankengymnastik. Es soll aber auch die Steigerung der Muskelkraft, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer erreicht werden. Ziel ist es Einfluss auf das Endokrinum, Immunsystem, Psyche und Vegetativum zu nehmen.

Ernährungstherapie
Hier wird erkrankungsvorbeugend (z.B. gegen Herzkrankheiten, Übergewicht) oder krankheitsbegleitend (z.B. bei Diabetes mellitus, Schwangerschaftsgestose) dem Patienten eine optimale Ernährung empfohlen, die individuell angepasst ist und Fehlernährungen vorbeugen soll.

Hydrotherapie
Wasserbehandlung im Rahmen der physikalischen Medizin. Sie beruht im wesentlichen auf der Anwendung von Wasser als Wärmeträger (kaltes bzw. warmes Wasser). Die Wirkung hängt von Umfang, Dauer, Intensität, Anstiegssteilheit und Wechsel der Kälte-/Wärmereize ab. Man unterscheidet Waschung, Abreibung, Teilbäder, Wickel, Bein-/Sitz-/Halbbäder, Schöpf- und Bürstenbäder, Halbpackungen, Sauna, Duschen, Vollguss, Überwärmungsbad, Dampfbad oder Ganzkörperpackung. Hydrotherapien werden bei Infekten, Bronchitis oder Arthritis im Rahmen von Kurbehandlungen angewendet. Am bekanntesten sind die sogenannten "Kneipp'schen Verfahren".

Phytotherapie
Behandlung von Erkrankungen mit Pflanzen oder Pflanzenteilen, Teemischungen, Kräutermischungen oder aus Pflanzen hergestellten Cremes, Pasten oder Dämpfen. Es gibt Tausende von Phytopharmaka, die in der BRD teilweise ohne Wirksamkeitsprüfung auf dem Markt sind. Sie sind zum Teil frei verkäuflich als Nahrungsergänzungen.

Thermotherapie
Therapeutische Anwendung von Wärme (z.B. Kurzwellengerät oder Ultraschall) zur Anregung des Stoffwechsels, Zunahme der lokalen Durchblutung, Auflösung oder Milderungen von Muskelverhärtungen oder der Anwendung von Kälte (z.B. Kaltluft) zur Hemmung akuter Entzündungen oder Schmerzlinderung. Auch die aktive Fiebertherapie gehört dazu.

Massagen
Hierbei werden konventionelle Massagetechniken verwendet, die im Rahmen der physikalischen Therapie zur Durchblutung und Entspannung von Muskeln dienen.

Balneologie
Die Lehre von der therapeutischen Anwendung natürlicher, ortsgebundener Heilmittel und ihrer Anwendungsformen (z.B. Höhenluft, Heilwässer, Radon- oder Salzluftinhalation in Bergstollen bzw. Sohlebädern).

Heliotherapie
Die therapeutische Anwendung natürlicher Sonnen- und Himmelsstrahlung (UVA- bzw. UVB- Strahlung) in Meeres- oder Hochgebirgsklima zur Behandlung von Vitamin-D-Mangel, saisonaler Depression, Haut- und Lungenerkrankungen.

Klimatherapie
Eine systematische Krankenbehandlung unter Anwendung spezieller klimatischer Bedingungen. Das wesentliche Therapieprinzip ist die funktionelle Anpassung des Patienten an die jeweilige Umgebung - ein Prozeß, der im Durchschnitt 4 Wochen benötigt. Wichtige Indikationen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder vegetative Funktionsstörungen.

Ordnungstherapie
Auf Maximilian Oskar Bircher-Benner (gest. 1939) zurückgehendes Verfahren. Nach Bircher ist sein gleichnamiges, heute noch bekanntes, "Bircher Müsli" zurückzuführen. Nach neun vorgegebenen "Ordnungsgesetzen" soll das Leben des Patienten "geordnet" werden, wobei der Arzt eine gewisse Erzieherrolle ausübt

 

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